Saturday, February 10, 2007

Das Wort zum Sonntag

Nun ein paar ausführlichere Worte zur Woche. Konnte gestern nicht, da wir zu einem "wedding shower" eingeladen waren. Das ist sowas wie Polterabend, nur ohne Poltern und Wochen vor der Hochzeit. Hochzeits- und Baby"showers" sind uramerikanische Sitten. Ein paar Wochen vor der Hochzeit oder Geburt werden Gäste eingeladen, die dann Geschenke auf das Paar oder die werdende Mutter regnen (daher shower, schätze ich)...und zwar die Geschenke, für de sich die Gefeierten vorher eingeschrieben haben. Mann kann sich ja hier fast an jeder Tankstelle für Geschenke zu solchen Anlässen registrieren und diese Listen können dann landesweit abgerufen werden. Lange Rede, kurzer Sinn, das haben wir gestern hinter uns gebracht. Der Bräutigam ist Patricks Stiefbruder und er heiratet seine Freundin (die er seit dem Sommer hat) am 30.03. in North Carolina. Es war ein traditionelles amerikanisches Familienfest mit vielen Snacks und noch mehr Zucker :-)

Am Dienstag habe ich meine letzte Bewerbung abgeschickt und nun kann ich tatsaechlich nur noch "abwarten und Tee trinken". Die Entscheidungen muessten irgendwann im Maerz fallen und langsam fange ich an, ueber Plaene B und C nachzudenken. Noch ein Jahr Schule als Vollzeitjob ist im Moment eher unwahrscheinlich. Die Kiddies gehen mir gerade ziemlich auf die Nerven...die sind alle sowas von demotiviert und apathisch, das macht echt keinen Spass. Ich glaube, wenn man nicht als Lehrer geboren wurde (was auch immer das heisst), sollte man nicht seine Leidenschaft unterrichten, denn die wird irgendwann geopfert. Das mag kontraintuitiv klingen, aber es ist oft so, als muesse man taeglich aufs Neue seine Vorliebe fuer ein Fach rechtfertigen. Manchmal fuehle ich mich eher wie jemand, der den lieben Kleinen sein Fach "schmackhaft" machen will/soll/muss und zwar am besten mit so viel Action, Spass und Spiel wie moeglich. In Praxi heisst das Filme gucken, Suessigkeiten austeilen und spielen. Aber selbst beim Filme gucken schalten die Guten ab und schlafen oder malen 'ne Runde. Wenn man Treffen fuer Clubs (in meinem Falle Umweltclub und Amnesty International) nach der Schule einberuft, damit man die Aktionen planen kann, die die Clubs ausmachen (z.B. Briefe schreiben, Recycling sammeln, etc.), kommen vielleicht 3 Leute. Für morgen habe ich mit meinen Leistungkursen einen Filmabend geplant...mal sehen, wie viele dazu antanzen. Habe im Moment definitiv mein "Es ist Zeit für einen Tapetenwechsel" Tief. Die Hoffnung ist natürlich, dass der Tapetenwechsel in Form einer Annahme an der Uni kommt, aber sollte das nicht klappen (und die Chance besteht durchaus bei den Massen an Bewerbungen für Doktorandenprogramme), muss ich ernsthaft überlegen, ob ich vielleicht halbtags an der Schule bleibe und mich dann wieder nach Abendkursen umsehe, die ich unterrichten könnte, oder oder oder.
Das Gefühl von "Es ist Zeit für Veränderung" wird auch dadurch gestärkt, dass alle um uns herum ein Haus kaufen und wegziehen. Nicht, dass wir jetzt auch ein Haus kaufen wollen (oder können), aber wir wachsen langsam aus unserer kleinen Wohnung heraus. Die Küche ist so klein, dass viele Utensilien gar nicht mehr dort Platz finden, unsere (Patricks) Bücher haben sich erheblich vermehrt, so dass wir theoretisch ein neues Regal bräuchten, aber praktisch Platzmangel dafür haben, und wenn unsere Untermieter wegziehen, haben wir auch keine Waschmaschine mehr (wir haben hier oben keinen Anschluss...der ist in der Garage und die gehört zur Wohnung unten drunter). Das ist alles kein Beinbruch, aber eben Grund genug, ernsthaft über einen Umzug nachzudenken, ob wir in Nashville bleiben oder nicht.

Ich werde berichten...

Jetzt ist es Zeit für Einkaufen und Klausuren korrigieren. Juhu.

Eine schöne Woche alle miteinander!

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