Friday, September 21, 2007

Internationaler Tag des Friedens

...das ist heute und ich werde die Chance gleich nutzen, hier mal wieder was zu schreiben (nicht, dass das zum Friedenstag beitraegt, aber ihr versteht schon). Lang, lang ist's her, sehe ich gerade.

Tja, heute beende ich meine 5. Woche hier an der Uni und bisher ist das Fazit gut. Es gab aufs und abs, aber alles in allem fuehle ich mich ganz wohl. Beziehungsweise gefordert...und gefoerdert. Ich mag meinen Professor... wir haben mittlerweile auch unser erstes Forschungsvorhaben beim Ethikrat eingereicht (unfassbar, was man hier alles tun muss, um eine pupsige Fragebogenstudie durchzuboxen... so'ne Buerokratie habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt). Er ist sehr geduldig und hilfsbereit und wirklich daran interessiert, dass ich lerne und alle moeglichen Erfahrungen sammle. Noch sind alle Neuanfaenger etwas unsicher und schuechtern (die Angst, man wurde faelschlicherweise angenommen, ist wie ein Virus im ersten Jahr), aber alles in allem laeuft es schon ganz gut. Probleme bereiten mir mein Hang zum Perfektionismus und Statistik (die Tiefen der Strukturgleichungsmodelle sind unergruendlich). Meine 2 Statistikkurse allein fuellen ein gutes Zeitpensum mit je 3 h woechentlich plus ca. 4 h Hausaufgaben pro Kurs. Bleibt die Hoffnung, dass da auch was haengen bleibt :)
Seit dieser Woche fahre ich auch taeglich mit dem Bus zur Uni (Semesterticket gibt's hier auch, fuer ganze $35). Ein ziemliches Erlebnis! Der Bus selbst ist eine Art Minibus und faehrt so ziemlich von Haustuer zu Haustuer, in etwa 30 min (solange es auf der Strecke liegt, halten die Fahrer auf Signal hin eigentlich ueberall). Der Bus faehrt nur jede Stunde, aber da ich meistens nicht zu einer bestimmeten Zeit hier sein muss, ist das kein Problem. Ueberwiegend ist es leider die Unterschicht, die mit dem Bus faehrt...bis auf den vereinzelten Angestellten oder Studenten. Da kriegt man eine gute Dosis der hiesigen "Kultur" mit (Knoxville ist traditionell eine recht arme, konservative, einfache, und unterpriviligierte Stadt...muss ich mehr sagen?).

Auch sonst geht es uns gut. Das Haus steht noch (schlechter Witz) und wir werkeln jedes Wochenende ein bisschen an 'was anderem rum, um das Umfeld etwas netter zu machen (siehe Kellertreppe, Baeume pflanzen, Regale bauen, etc.). Patrick arbeitet taeglich ein bisschen an seiner Dissertation, bzw. der Planung und wird demnaechst sein Vorhaben verteidigen um offiziell gruenes Licht fuer den Start zu bekommen.

Highlights fuer die naechste Woche sind mein erstes Football-Heimspiel morgen. Ich Wahnsinige habe mich mit einer Kommilitonin als Freiwillige zum Recycling gemeldet. Karten fuer das eigentliche Spiel haben wir nicht mehr bekommen, aber wir werden totzdem mitten im Trubel sein. Juuhuu.
Fuer naechsten Samstag haben wir ein kleines Lagerfeuer als Geburtstags-und-Haus-Einweihungsfeier geplant... Hoffentlich gibt's dann auch wieder Fotos :)

Jetzt muss ich los, mal wieder was tun ehe es ins Wochenende geht...

Sunday, September 09, 2007

Partyfotos

Kurz zur Erklärung: Gestern abend war die Party für alle Neuankömmlinge im Institut und ich sage Euch... so'ne Party hab' ich seit Schulzeiten nicht erlebt. Bierfässerhandstände (will heissen: man trinkt Bier aus nem Schlauch während man den Handstand macht) und andere Trinkspiele. (Wie ihr mich kennt war ich natürlich ganz in meinem Element ;-)). Nichtsdestotrotz war es ganz nett und ich habe ein paar Fotos. Gestern war übrigens auch das erste Heimspiel des Football Teams (sie haben gewonnen!). Daher das viele orange...

Es ist spät, muss noch was tun. Mehr später. Jetzt erstmal Fotos:


...die (Haar)Farben der University of Tennessee



mit Erin, meiner Zimmerkollegin


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Monday, September 03, 2007

Wochenendprojekt

vorher:

während:

nachher:



Das Ende einer ersten vollen Woche

Nach der ersten "richtigen" Uni Woche das Wichtigste in Kuerze:

1. Uni
Ich belege dieses Semester nur 2 Statistikkurse (je 3 SWS), 2 Kolloquien (1 SWS) und 1 Forschungskurs (3 SWS). Ist also wirklich nicht ueppig und mittlerweile aerger ich mich ein bisschen, nicht doch noch einen Kurs mehr belegt zu haben. Es sieht naemlich ganz so aus, als muesste ich die Mehrheit der Kurse nochmal belegen, da mir so richtig viel nicht anerkannt werden wird (wenn ueberhaupt). Ich habe auch eine alte Professorin von mir (die jetzt in den USA lehrt) angeschrieben und sie war ganz ehrlich der Meinung, dass ich so viel wie moeglich nochmal belegen sollte, da es alles sehr viel detaillierter ist und spaeter bessere Jobchancen verspricht. Nun ist meine Hoffnung darauf geschrumpft, vielleicht 1 oder 2 Kurse anerkannt zu bekommen, damit ich nicht nochmal Entwicklung oder Biologie oder sowas belegen muss. Selbst das ist nicht gewiss. Ein ziemlicher Knaller, da das natuerlich auch wieder mehr Zeit bedeutet. Da wird schnell klar, warum die Leute hier im Durchschnitt 6 Jahre bis zum Doktor brauchen.
Die Kurse selbst sind bisher sehr hilfreich (Varianzanalyse ist soweit nicht grossartig neu, aber trotzdem eine gute Auffrischung). Wir bekommen in jedem Kurs Hausaufgaben (!), die wir allerdings in Gruppen loesen koennen und sollen, und der Kurs zu Strukturgleichungsmodellen hat uns damit gleich 4 Stunden beschaeftigt...fuer ein Drittel der Aufgaben. Die restlichen 2/3 sind uns vollkommen unklar und muessen somit unbearbeitet bleiben, was ein bisschen frustrierend ist. Allerdings scheint der Professor den Kurs absichtlich so angelegt zu haben, dass man viele Fehler macht und viel scheitert, aber daraus eben dann lernt. Wir werden sehen, wie es morgen laeuft...
Ansonsten habe ich in der vergangenen Woche nichts fuer mich geschafft, da ich Stundenplaene fuer das Labor hier schreiben musste. Wir haben 1 Professor, 2 Doktorandinnen und 10 HiWis. Die HiWis sind dafuer zustaendig, dass Experimente hier taeglich (!) von 9-23 Uhr (!) laufen, bzw. dass in Ruhephasen Daten eingegeben werden. Das ist natuerlich prima fuer uns, da es uns etwas den Ruecken frei haelt. Allerdings muessen die 10 HiWis koordiniert und eingearbeitet werden (jeder HiWi muss 3 h zum Training kommen)...und das ist unsere Arbeit. Dass das eine logistische Herausforderung ist, koennt ihr Euch sicher vorstellen. Da geht viel Zeit drauf und so bin ich heute (an einem Feiertag) hier, um endlich etwas fuer mich zu schaffen. Da ich mir das Buero mit der anderen Doktorandin (und ab naechster Woche mit dem Hiwi vom Dienst) teile, ist es auch nie wirklich ruhig hier, was mich ziemlich stoert. Wenn sich das nicht gibt, werde ich mir wohl doch ein externes Oertchen zum Arbeiten suchen muessen.

2. Soziales
Ich habe eine kleine Gruppe an Leuten gefunden, die sehr nett sind (die Haelfte davon ist allerdings so gut wie fertig) und mit denen habe ich am Freitag abend die erste (und einzige?) Schwulenbar der Stadt besucht (ich bin uebrigens ueber die sozialen Kontake sehr froh, allerdings noch vorsichtig, denn sowas braucht einfach Zeit... Aber es ist ein Anfang :)). Durchaus ein Erlebnis! Gestern abend haben wir dann in aehnlicher Runde das groesste Feuerwerk der USA hier in Knoxville ("Boomsday"...nebst 1982er Expo und Football das einzig andere, wofuer Knoxville beruehmt ist) angeguckt. Ziemlich beeindruckend, muss ich schon sagen!
Apropos football...die Saison hat begonnen und somit auch das Fieber. Das ist hier wirklich ein Riesending (das lokale Team ist wohl auch noch sehr gut). Momentan sind es alles Uniteams, die gegeneinander spielen, aber die Fans sind alt und jung und haben oft mit der Uni selbst gar nichts zu tun (im Gegenteil). "Unser" Team (die University of Tennessee Volunteers) hat am Samstag sein erstes Spiel der Saison gegen Berkeley verloren. Naechsten Samstag gibt es ein Heimspiel und allen Erzaehlungen und guten Ratschlaegen nach sollte man an diesen Tag nicht aus dem Haus gehen. Dass ich mit diesem ganzen Theater nicht viel anfangen kann, koennt ihr Euch ja sicher vorstellen.

3. Zu Hause
Wir haben beschlossen, dieses Wochenende zu nutzen um unsere eklige Kellertreppe (der Keller wurde zu unserem Leid nicht modernisiert). Ich will gar nicht im Detail darueber nachdenken, was auf diesen Stufen und in diesem Keller alles gewesen sein muss. Wir schliessen definitiv auf mehrere Katzen...deren Urin nur ein Teil dessen ist, was auf diesen Stufen alles vor sich hin keimte. Also haben wir die Bretter rausgerissen und mit neuen, frisch (eigens) wasserfest lackierten und gebeizten Brettern ersetzt. Patrick hat gute 2 Tage damit zugebracht, aber jetzt ist es geschafft und wir bilden uns ein, es riecht gleich viel besser in diesem dunklen, nassen Keller ;-) Fotos folgen...