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Saturday, November 24, 2007

Happy (belated) Thanksgiving!

Schon wieder fast am Ende eines 4-Tage-Wochenendes, will ich doch endlich mal die extra freie Zeit nutzen, ein wenig ausführlicher über die letzten Tage zu berichten und vor allem ein paar Fotos der letzten Wochen hochzuladen.

Aber von vorn:

Am Donnerstag war Thanksgiving und wir haben uns Gott sei Dank entschieden, nicht nach Nashville zu fahren, sondern hier zu bleiben. So haben wir diesen ersten richtig kalten, grauen Tag genutzt, zu kochen und dann den gesamten Nachmittag und Abend mit unseren Nachbarn Ben, Elly und Violet gemeinsam zu essen, zu spielen und Filme zu gucken. Violet ist 7 Monate alt und hat demnach, wie ihr Euch vorstellen könnt, ausführlich für Unterhaltung gesorgt:

1. Nach einem Morgenspaziergang mit Ali (auch Doktorandin im ersten Jahr)



2. Beim Kochen & Backen



3. Die lieben Nachbarn




4. Das Festessen (mit Patricks Truthahnschnitzel)




5. Ben & Violet beim Spielen:




Den Abend haben wir mit Michael Moores neuestem Film "Sicko" verbracht. Der ist wohl jetzt auch in Deutschland draußen und durchaus zu empfehlen. Wie immer ist unverdauliches Material leicht zynisch, witzig und etwas polemisch aufgearbeitet. Uns war danach nur noch zum K.... zumute, aber so war das wohl auch gedacht. Es geht um das katastrophale Gesundheitssystem hier, in dem in Teilen des Landes die Säuglingssterblichkeit höher ist als in manchem Entwicklungsland, in dem Menschen mit Diabetes sterben oder Krebskranken die Chemotherapie nicht ermöglicht wird, weil sie keine $160,000 aus eigener Tasche zahlen können. Wenn man das politisch thematisieren will, heisst es gleich "Kommunisten", denn ein Sozialstaat hiesse ja, dass die Reichen was an die Schwachen abgeben, dass die Regierung mehr involviert ist (siehe Arbeitsämter, Sozialämter, etc.), dass man mehr Steuern zahlen, bzw. weniger Geld für Rüstung, Krieg und Pentagon ausgeben müsste. Und noch dazu würden die armen Ärzte (die zu ihrer Verteidigung tatsächlich am Ende des Studiums dank Studiengebühren unter Umständen bis zu $150,000 Kredit zurückzahlen müssen) kein Geld mehr verdienen (und die Ärzte- und Pharmazielobby ist hier riesig!!!). Wenn man dann mit "das ist doch aber nicht besonders christlich, die Armen verhungern und wegsterben zu lassen" ankommt, heisst die Wunderantwort "das ist Gottes Wille". Und die kommt nicht nur von den Reichen, sondern gerade auch von denen, die eigentlich auf die Barrikaden gehen müssten. Und das ist das eigentlich Traurige. Volksverdummung und Gehirnwäsche vom Feinsten. Kann man nur hoffen, dass öffentliche Krankenversicherung zum Thema in der nächsten Wahl wird.
Puuhhhh... lassen wir das. Bringt nur mein Blut zum Kochen und wer weiss, ob meine Krankenversicherung die Folgen dessen tragen würde (denn Zahnarzt, Augenarzt, Brille, etc. sind nicht im Preis inbegriffen)...ha ha.

Am Freitag sind wir wieder nach Asheville, North Carolina gefahren. Das ist mitten in den Bergen und nur etwa 1.5 h von hier entfernt. Das Schöne an Asheville ist, dass es in vielerlei Hinsicht das ganze Gegenteil von Knoxville ist. Es ist eine kleine "Hippystadt" in den Bergen...mit vielen kleinen Kaffees, vegetarischen Restaurants, unabhängigen Buchläden, usw.. :) Dort haben wir schön Mittag gegessen, sind durch die Stadt gelaufen und haben in einem Café einen Tee getrunken und etwas gelesen. Danach sind wir zum naeheliegenden See Lake Lure gefahren, wo 1987....Trommelwirbel... Dirty Dancing gefilmt wurde!!! Jawohl. Das habe ich vor wenigen Wochen erst erfahren und konnte mir diese Pilgerfahrt seitdem einfach nicht verkneifen :) Anbei ein paar Fotos von diesem wirklich wunderschönen Örtchen (und wir hattenauch richtiges Glück mit dem tollen sonnigen Spätherbstwetter):









Heute haben wir dann Weihnachtshausputz gemacht (gestern wurde offiziell die Weihnachtszeit hier eingeläutet...hauptsächlich mit Einkaufssonderangeboten ab VIER UHR morgens!!!), waren Lebensmittel und erste Weihnachtsgeschenke einkaufen und auf Knoxvilles Mini-Weihnachtsmarkt (etwa 8 Stände und eine Eisbahn).




Morgen geht's dann wieder streng an die Wochenvorbereitung. Noch ca. 2 Wochen, dann ist das Semester für mich glücklicherweise gegessen. Im Moment bin ich ganz froh, da ich langsam doch keine Lust mehr auf Seminare und noch ein ganzes Stückchen Arbeit zu erledigen habe ehe ich ruhigen Gewissens in die Weihnachtsferien gehen kann. Muss mich dann auch schon langsam auf den Sommer vorbereiten...also nach Sommerprogrammen Ausschau halten, für die ich mich bewerben kann. Manchmal kommt es mir so vor, als wäre meine Arbeit ein einziger Bewerbungsmarathon. Bewerbung für diesen Preis und jene Drittmittel und den Platz an der Sommerakademie und Zusammenarbeit mit x an demunddem Projekt. Puh.

Jetzt aber noch ein paar Fotos der vergangenen Wochen... hauptsächlich von unserer Halloweenfeier, unserem Gartenprojekt "selbstgebaute Regentonne" und unserem halb-reparierten Kamin:






Sunday, November 26, 2006

Thanksgiving

Hier nun ein kurzer, offizieller Bericht von 5 Tagen Ferien, einem Ausflug nach Ohio und dem vielleicht wichtigsten amerikanischen Feiertag vor Weihnachten. Am Donnerstag war Thanksgiving - der Feiertag der (in seinem Ursprung) dem Danksagen der Pilgrims an die Indianer fuer Ueberlebenshilfe im ersten Winter gewidmet ist. Und aus mir nicht vollkommen klaren Gruenden ist das auch der Tag, an dem der riesige Truthahn gekocht und gegessen wird. Nebst Weihnachten ist das auch ein Anlass fuer die Amis tatsaechlich mal alles stehen und liegen zu lassen, zu (fr)essen und mit der Familie zusammen zu geniessen. (Die Geschaefte schliessen an dem Tag uebrigens tatsaechlich alle, ABER am naechsten Tag wird die Weihnachts-Kamikaze-Shopping-Saison mit Sonderangeboten und -oeffnungszeiten eingeleitet ...will heissen die Weihnachtsbaeume werden aufgestellt, Weihnachtsmusik eingeworfen, Lichter an den Haeusern angebracht und ueberhaupt wird seit Freitag nach allen Regeln der Kunst geweihnachtet). Aus dem Anlass gab es fuer mich also auch schulfrei - ganze 3 Tage (plus 2 Tage Wochenende). Anfangs war das ein himmlicher Gedanke....FUENF freie Tage... die ich entgegen des besseren Wissens natuerlich gleich mit Plaenen vollstopfte. "Dann kann ich endlich alle Hausarbeiten und Klassenarbeiten korrigieren....und Brot backen...und erste Weihnachtsgeschenke kaufen.....und Yoga ueben.........und meine Bewerbungen fertig schreiben und polieren......und aufraeumen........und schwimmen gehen"..........und und und. Doof nur, dass 4 der 5 Tage fuer einen Besuch in Columbus, Ohio (eine Freundin von Patrick studiert dort Medizin und wir haben da schon letztes Jahr gefeiert) geplant waren UND dass eine Zahnfuellung rausfiel und ich zum Zahnarzt Notdienst musste UND mein Computer MAL WIEDER den geist aufgeben musste. Also war Mittwoch vormittag dem Zahnarzt und Computer-in-die-Werkstatt-fahren gewidmet. Dann nach Ohio (wo wir gegen 22 Uhr ankamen), dort in die Kneipe zum Erzaehlen und Aufwaermen, gegen 3 Uhr ins Bett ......und da sind wir dann bis mittags (tatsaechlich 12 Uhr) auch geblieben. Um es kurz zu machen haben wir viieel gegessen (Patrick hat traditionelles Tahnksgiving Essen im Kleinformat gekocht), geschlafen, getrunken und ferngesehen. Arbeit, Bewerbungen, Yoga, etc? Natuerlich nicht. Wer haette das gedacht? Dafuer haben wir beide heute um so mehr zu tun. Meine erste Bewerbung muss am 15.12. in Kalifornien sein und langsam wird's eng. Das meiste ist geschrieben, aber es soll ja auch gut und schoen sein :) Zusaetzlich bin ich in meinen Kursen (aus welchen Gruenden auch immer) zu weit nach hinten im Zeitplan gerutscht, so dass wir in den uns vor den Zwischenpruefungen bleibenden 2.5 Wochen wirklich aufs Gas treten muessen (inkl. Tests und Klassenarbeiten und sonstigen Dingen, die korrigiert und benotet werden muessen). Puuuhhh. Da wir nur 1 Computer im Moment haben, muss ich auch langsam zum Schluss kommen, da Patrick hier an seiner Arbeit schreiben muss. Er hat in der ersten Januarwoche uebrigens grosses Examen (danach muss er "nur" noch die Diss schreiben), weshalb wir nicht ueber Weihnachten nach Deutschland kommen werden. Ich habe wirklich auch nach Fluegen fuer mich gesucht, aber die sind sowas von teuer, das kann keiner bezahlen. Hab' ich sicher auch zu spaet angefangen zu suchen :( Der naechste Besuch ist dann also erst fuer den Sommer geplant... long time no see, ich weiss. Dafuer im Sommer dann aber richtig. Nicht nur 2 Wochen, sondern hoffentlich 4 oder 5.

Nun freuen wir uns aber erst einmal auf Weihnachten (und arbeiten noch ein bisschen bis dahin)...

Seid wie immer lieb gegruesst und hinterlasst doch mal 'ne Nachricht oder zwei (am Ende dieses Textes), damit ich auch weiss, dass nicht nur die das lesen, sie sich auf diese Seite verirrt haben ;-)

Auf bald...ahoi...