Monday, November 26, 2007
Juuhuuu
Eigenlob stinkt, aber Freude ist erlaubt und die soll man teilen: Ich habe soeben erfahren, dass ich jeden der 7 Teile meines 10-Stunden-Examens in dem Strukturgleichungskurs bestanden habe (professorale Fehler beim Korrigieren nicht ausgeschlossen) und somit, wie es aussieht, nichts ein zweites Mal bearbeiten muss. Das ist besonders nett nachdem ich heute den ganzen Tag an eben diesen Modellen gesessen habe mit dem Gefühl, nur rumzustümpern. Also vom Experten ist mein Wissen weit entfernt, aber dennoch scheinbar ausreichend, um den Kurs gut zu bestehen. Und das allein ist momentan ausreichend Grund zur Freude. :)
Saturday, November 24, 2007
Happy (belated) Thanksgiving!
Schon wieder fast am Ende eines 4-Tage-Wochenendes, will ich doch endlich mal die extra freie Zeit nutzen, ein wenig ausführlicher über die letzten Tage zu berichten und vor allem ein paar Fotos der letzten Wochen hochzuladen.
Aber von vorn:
Am Donnerstag war Thanksgiving und wir haben uns Gott sei Dank entschieden, nicht nach Nashville zu fahren, sondern hier zu bleiben. So haben wir diesen ersten richtig kalten, grauen Tag genutzt, zu kochen und dann den gesamten Nachmittag und Abend mit unseren Nachbarn Ben, Elly und Violet gemeinsam zu essen, zu spielen und Filme zu gucken. Violet ist 7 Monate alt und hat demnach, wie ihr Euch vorstellen könnt, ausführlich für Unterhaltung gesorgt:
1. Nach einem Morgenspaziergang mit Ali (auch Doktorandin im ersten Jahr)

2. Beim Kochen & Backen


3. Die lieben Nachbarn


4. Das Festessen (mit Patricks Truthahnschnitzel)


5. Ben & Violet beim Spielen:
Den Abend haben wir mit Michael Moores neuestem Film "Sicko" verbracht. Der ist wohl jetzt auch in Deutschland draußen und durchaus zu empfehlen. Wie immer ist unverdauliches Material leicht zynisch, witzig und etwas polemisch aufgearbeitet. Uns war danach nur noch zum K.... zumute, aber so war das wohl auch gedacht. Es geht um das katastrophale Gesundheitssystem hier, in dem in Teilen des Landes die Säuglingssterblichkeit höher ist als in manchem Entwicklungsland, in dem Menschen mit Diabetes sterben oder Krebskranken die Chemotherapie nicht ermöglicht wird, weil sie keine $160,000 aus eigener Tasche zahlen können. Wenn man das politisch thematisieren will, heisst es gleich "Kommunisten", denn ein Sozialstaat hiesse ja, dass die Reichen was an die Schwachen abgeben, dass die Regierung mehr involviert ist (siehe Arbeitsämter, Sozialämter, etc.), dass man mehr Steuern zahlen, bzw. weniger Geld für Rüstung, Krieg und Pentagon ausgeben müsste. Und noch dazu würden die armen Ärzte (die zu ihrer Verteidigung tatsächlich am Ende des Studiums dank Studiengebühren unter Umständen bis zu $150,000 Kredit zurückzahlen müssen) kein Geld mehr verdienen (und die Ärzte- und Pharmazielobby ist hier riesig!!!). Wenn man dann mit "das ist doch aber nicht besonders christlich, die Armen verhungern und wegsterben zu lassen" ankommt, heisst die Wunderantwort "das ist Gottes Wille". Und die kommt nicht nur von den Reichen, sondern gerade auch von denen, die eigentlich auf die Barrikaden gehen müssten. Und das ist das eigentlich Traurige. Volksverdummung und Gehirnwäsche vom Feinsten. Kann man nur hoffen, dass öffentliche Krankenversicherung zum Thema in der nächsten Wahl wird.
Puuhhhh... lassen wir das. Bringt nur mein Blut zum Kochen und wer weiss, ob meine Krankenversicherung die Folgen dessen tragen würde (denn Zahnarzt, Augenarzt, Brille, etc. sind nicht im Preis inbegriffen)...ha ha.
Am Freitag sind wir wieder nach Asheville, North Carolina gefahren. Das ist mitten in den Bergen und nur etwa 1.5 h von hier entfernt. Das Schöne an Asheville ist, dass es in vielerlei Hinsicht das ganze Gegenteil von Knoxville ist. Es ist eine kleine "Hippystadt" in den Bergen...mit vielen kleinen Kaffees, vegetarischen Restaurants, unabhängigen Buchläden, usw.. :) Dort haben wir schön Mittag gegessen, sind durch die Stadt gelaufen und haben in einem Café einen Tee getrunken und etwas gelesen. Danach sind wir zum naeheliegenden See Lake Lure gefahren, wo 1987....Trommelwirbel... Dirty Dancing gefilmt wurde!!! Jawohl. Das habe ich vor wenigen Wochen erst erfahren und konnte mir diese Pilgerfahrt seitdem einfach nicht verkneifen :) Anbei ein paar Fotos von diesem wirklich wunderschönen Örtchen (und wir hattenauch richtiges Glück mit dem tollen sonnigen Spätherbstwetter):





Heute haben wir dann Weihnachtshausputz gemacht (gestern wurde offiziell die Weihnachtszeit hier eingeläutet...hauptsächlich mit Einkaufssonderangeboten ab VIER UHR morgens!!!), waren Lebensmittel und erste Weihnachtsgeschenke einkaufen und auf Knoxvilles Mini-Weihnachtsmarkt (etwa 8 Stände und eine Eisbahn).

Morgen geht's dann wieder streng an die Wochenvorbereitung. Noch ca. 2 Wochen, dann ist das Semester für mich glücklicherweise gegessen. Im Moment bin ich ganz froh, da ich langsam doch keine Lust mehr auf Seminare und noch ein ganzes Stückchen Arbeit zu erledigen habe ehe ich ruhigen Gewissens in die Weihnachtsferien gehen kann. Muss mich dann auch schon langsam auf den Sommer vorbereiten...also nach Sommerprogrammen Ausschau halten, für die ich mich bewerben kann. Manchmal kommt es mir so vor, als wäre meine Arbeit ein einziger Bewerbungsmarathon. Bewerbung für diesen Preis und jene Drittmittel und den Platz an der Sommerakademie und Zusammenarbeit mit x an demunddem Projekt. Puh.
Jetzt aber noch ein paar Fotos der vergangenen Wochen... hauptsächlich von unserer Halloweenfeier, unserem Gartenprojekt "selbstgebaute Regentonne" und unserem halb-reparierten Kamin:


Aber von vorn:
Am Donnerstag war Thanksgiving und wir haben uns Gott sei Dank entschieden, nicht nach Nashville zu fahren, sondern hier zu bleiben. So haben wir diesen ersten richtig kalten, grauen Tag genutzt, zu kochen und dann den gesamten Nachmittag und Abend mit unseren Nachbarn Ben, Elly und Violet gemeinsam zu essen, zu spielen und Filme zu gucken. Violet ist 7 Monate alt und hat demnach, wie ihr Euch vorstellen könnt, ausführlich für Unterhaltung gesorgt:
1. Nach einem Morgenspaziergang mit Ali (auch Doktorandin im ersten Jahr)

2. Beim Kochen & Backen


3. Die lieben Nachbarn


4. Das Festessen (mit Patricks Truthahnschnitzel)


5. Ben & Violet beim Spielen:
Den Abend haben wir mit Michael Moores neuestem Film "Sicko" verbracht. Der ist wohl jetzt auch in Deutschland draußen und durchaus zu empfehlen. Wie immer ist unverdauliches Material leicht zynisch, witzig und etwas polemisch aufgearbeitet. Uns war danach nur noch zum K.... zumute, aber so war das wohl auch gedacht. Es geht um das katastrophale Gesundheitssystem hier, in dem in Teilen des Landes die Säuglingssterblichkeit höher ist als in manchem Entwicklungsland, in dem Menschen mit Diabetes sterben oder Krebskranken die Chemotherapie nicht ermöglicht wird, weil sie keine $160,000 aus eigener Tasche zahlen können. Wenn man das politisch thematisieren will, heisst es gleich "Kommunisten", denn ein Sozialstaat hiesse ja, dass die Reichen was an die Schwachen abgeben, dass die Regierung mehr involviert ist (siehe Arbeitsämter, Sozialämter, etc.), dass man mehr Steuern zahlen, bzw. weniger Geld für Rüstung, Krieg und Pentagon ausgeben müsste. Und noch dazu würden die armen Ärzte (die zu ihrer Verteidigung tatsächlich am Ende des Studiums dank Studiengebühren unter Umständen bis zu $150,000 Kredit zurückzahlen müssen) kein Geld mehr verdienen (und die Ärzte- und Pharmazielobby ist hier riesig!!!). Wenn man dann mit "das ist doch aber nicht besonders christlich, die Armen verhungern und wegsterben zu lassen" ankommt, heisst die Wunderantwort "das ist Gottes Wille". Und die kommt nicht nur von den Reichen, sondern gerade auch von denen, die eigentlich auf die Barrikaden gehen müssten. Und das ist das eigentlich Traurige. Volksverdummung und Gehirnwäsche vom Feinsten. Kann man nur hoffen, dass öffentliche Krankenversicherung zum Thema in der nächsten Wahl wird.
Puuhhhh... lassen wir das. Bringt nur mein Blut zum Kochen und wer weiss, ob meine Krankenversicherung die Folgen dessen tragen würde (denn Zahnarzt, Augenarzt, Brille, etc. sind nicht im Preis inbegriffen)...ha ha.
Am Freitag sind wir wieder nach Asheville, North Carolina gefahren. Das ist mitten in den Bergen und nur etwa 1.5 h von hier entfernt. Das Schöne an Asheville ist, dass es in vielerlei Hinsicht das ganze Gegenteil von Knoxville ist. Es ist eine kleine "Hippystadt" in den Bergen...mit vielen kleinen Kaffees, vegetarischen Restaurants, unabhängigen Buchläden, usw.. :) Dort haben wir schön Mittag gegessen, sind durch die Stadt gelaufen und haben in einem Café einen Tee getrunken und etwas gelesen. Danach sind wir zum naeheliegenden See Lake Lure gefahren, wo 1987....Trommelwirbel... Dirty Dancing gefilmt wurde!!! Jawohl. Das habe ich vor wenigen Wochen erst erfahren und konnte mir diese Pilgerfahrt seitdem einfach nicht verkneifen :) Anbei ein paar Fotos von diesem wirklich wunderschönen Örtchen (und wir hattenauch richtiges Glück mit dem tollen sonnigen Spätherbstwetter):





Heute haben wir dann Weihnachtshausputz gemacht (gestern wurde offiziell die Weihnachtszeit hier eingeläutet...hauptsächlich mit Einkaufssonderangeboten ab VIER UHR morgens!!!), waren Lebensmittel und erste Weihnachtsgeschenke einkaufen und auf Knoxvilles Mini-Weihnachtsmarkt (etwa 8 Stände und eine Eisbahn).

Morgen geht's dann wieder streng an die Wochenvorbereitung. Noch ca. 2 Wochen, dann ist das Semester für mich glücklicherweise gegessen. Im Moment bin ich ganz froh, da ich langsam doch keine Lust mehr auf Seminare und noch ein ganzes Stückchen Arbeit zu erledigen habe ehe ich ruhigen Gewissens in die Weihnachtsferien gehen kann. Muss mich dann auch schon langsam auf den Sommer vorbereiten...also nach Sommerprogrammen Ausschau halten, für die ich mich bewerben kann. Manchmal kommt es mir so vor, als wäre meine Arbeit ein einziger Bewerbungsmarathon. Bewerbung für diesen Preis und jene Drittmittel und den Platz an der Sommerakademie und Zusammenarbeit mit x an demunddem Projekt. Puh.
Jetzt aber noch ein paar Fotos der vergangenen Wochen... hauptsächlich von unserer Halloweenfeier, unserem Gartenprojekt "selbstgebaute Regentonne" und unserem halb-reparierten Kamin:


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Sunday, November 18, 2007
Vorlesen
Die vergangene Woche war aufregend - ich hatte meine erste Gelegenheit, eine Vorlesung zu geben. So habe ich am Donnerstag also zum ersten Mal an einer Uni eine VL in Sozialpsychologie gegeben. Der Saal war nicht zu groß...ich schätze, es waren etwa 70 oder 80 Leute da. Ich muss sagen, das hat richtig Spaß gemacht und wenn ich könnte, würde ich gern meinen eigenen Kurs halten. Der Stein im Weg: Ein älterer Professor, der mal wieder seit Ewigkeiten da ist, selbst keine Veranstaltungen im Hauptstudium mehr hält, nichts publiziert, zu keinen Konferenzen fährt, aber für die Einführungsvorlesung verantwortlich ist und da nun seine Macht ausspielt. Einer dieser Typen, der geniesst, dass jede(r) an ihm vorbei muss. Er hält ein Seminar zur Universtätslehre, wo sich 9 Leute das ganze Semester lang gegenseitig Powerpointpräsentationen geben und die dann kritisieren. Mal ehrlich, alles, was man da lernt (Fragen aus dem Publikum für alle widerholen, Folien nicht zu klein und voll gestalten, Fremdwörter erklären, etc.), lernt man in 2 Stunden alleine vom Lehren. Aber egal. Die, die schon mal gelehrt haben, guckt er in seiner Sprechstunde böse an und bietet dann an, eine Veransaltung zu beobachten, wenn man sich irgendwo einen Platz als GastvorleserIn ergattert. Das habe ich also jetzt getan (zugegeben, der Sozial-Prof bot mir seine VL erst letztes Wochenende an) und als ich am Montag ins Büro des Diktators ging, sagte der gute Mann einfach nein. Glatt nein. Keine andere Möglichkeit, nicht mit Video, nicht mit anderen Beobachtern, nein. Er könne eben einfach nicht und ich mache das im Übrigen, weil das ein Teil meines Jobs sei, nicht weil ich einen Nutzen daraus ziehen könne. Arschloch. Sowas kotzt mich an - jetzt muss ich nächstes Semester diesen besch... Kurs belegen, der totale Zeitverschwendung ist und statt dessen ich einen (viel hilfreicheren) Pflichtkurs belegen könnte. Aber ich hab' ja Zeit. Deshalb brauchen Leute 6 Jahre zur Promotion, weil so ein Mist Teil des Ganzen ist. Mal ehrlich...
Abgesehen davon war die VL aber eine gute Übung für mich und hat mir gezeigt, dass Universitätskurse auch nicht sehr viel wilder sind als High School Kurse. Wenn man die hält, weiss man, wovon man redet und die meisten Studenten sitzen eh nur da und lassen sich berieseln. Ob 80 Leute oder ein Saal von 300 Leuten (da hab' ich letzte Woche eine Kommilitonin beobachtet) - es schlafen etwa 30, weitere 50 machen Kreuzworträtsel, gucken auf ihrem Laptop im Internet rum, hören von ihrem iPod oder quatschen. Alles beim Alten. Da zerfetzt einen keiner oder fragt schweisstreibende Fragen, soviel ist sicher. Mit anderen Worten bin ich mir ziemlich sicher, dass ich Lehre halten kann, auch ohne diesen überflüssigen Kurs. Um genau zu sein, würde ich schon im nächsten Semester gerne Lehre halten, aber die Plätze sind natürlich beliebt (weil man ein bisschen mehr Geld kriegt) und....ihr habt's geahnt...werden von besagtem Machtmonster vergeben. Vor dem nächsten Wintersemester wird das also nichts und auch nur dann, wenn der gute Herr das Gefühl hat, dass ich auf die Massen losgelassen werden kann (was natürlich seiner subjektiven Meinung unterliegt und da ich ihn jetzt schon 2 oder 3 Mal behelligt habe, kann es bei dem gut sein, dass ich es mir schon verbaut habe - so läuft das auch hier)...
Gestern abend waren wir schliesslich und endlich bei meinem Professor zum lang geplanten Abendessen, was sehr nett war. Hat zwei süße kleine Kinder (zwei Jungs...3 und 6) und eine sehr nette hübsche Frau (auch Psychologin). Wir haben uns also alle gegenseitig ein bisschen mehr beschnüffelt, was gut ist, da Interaktionen an der Uni ja doch häufig mehr aufs Fachliche begrenzt sind (und er ein schlechtes Gedächtnis hat und demnach eh Vieles, was man ihm von sich erzählt wieder vergisst). Hoffe, wir können das häufiger machen, da die zwei wirklich nett sind und auch "nur" 10 Jahre älter als wir...also im Grunde große Geschwister sein könnten.
Die kommende Woche wird kurz und hoffentlich schmerzlos. Am Donnerstag ist Thanksgiving hier , was heisst, dass alle Welt zu den Eltern oder Erwandten fährt, um den fetten Truthahn zu essen. Das heisst natürlich auch, dass am Mittwoch keiner mehr Veranstaltung hält und viele Studenten Montag und Dienstag schwänzen um sich eine Woche Ferien zu gönnen. Wir haben uns entschlossen, hier zu bleiben, nachdem Patricks Familie sich mal wieder ein paar Sachen geleistet hat, die uns jegliche Feiertagsstimmung vermiest haben. Also bleiben wir hier und lassen es langsam laufen. Am Freitag nach Thanksgiving bricht in den USA offiziell die Weihnachtssaison an (obwohl das ganze Zeug schon seit Wochen in den Läden ist und wir schon so manches Weihnachtslied gehört haben) - bzw. über einen herein. Der Freitag ist der beliebteste Einkaufstag des Jahres und die Leute spielen absolut verrückt (wer hätte das gedacht?). Unser Budget erlaubt dieses Jahr zum Glück keine großen Weihnachtseinkäufe, was in der absolut überwältigenden Masse aller Angebote eine echte Erleichterung ist.
Zu Weihnachten werden uns vielleicht für ein paar Tage wieder nach Nashville trauen - es sei denn, es gibt vorher weitere Episoden der häuslichen Seifenoper.
So, Zeit für den Hausputz. Ich melde mich später in der Woche wieder... Ahoi!
Abgesehen davon war die VL aber eine gute Übung für mich und hat mir gezeigt, dass Universitätskurse auch nicht sehr viel wilder sind als High School Kurse. Wenn man die hält, weiss man, wovon man redet und die meisten Studenten sitzen eh nur da und lassen sich berieseln. Ob 80 Leute oder ein Saal von 300 Leuten (da hab' ich letzte Woche eine Kommilitonin beobachtet) - es schlafen etwa 30, weitere 50 machen Kreuzworträtsel, gucken auf ihrem Laptop im Internet rum, hören von ihrem iPod oder quatschen. Alles beim Alten. Da zerfetzt einen keiner oder fragt schweisstreibende Fragen, soviel ist sicher. Mit anderen Worten bin ich mir ziemlich sicher, dass ich Lehre halten kann, auch ohne diesen überflüssigen Kurs. Um genau zu sein, würde ich schon im nächsten Semester gerne Lehre halten, aber die Plätze sind natürlich beliebt (weil man ein bisschen mehr Geld kriegt) und....ihr habt's geahnt...werden von besagtem Machtmonster vergeben. Vor dem nächsten Wintersemester wird das also nichts und auch nur dann, wenn der gute Herr das Gefühl hat, dass ich auf die Massen losgelassen werden kann (was natürlich seiner subjektiven Meinung unterliegt und da ich ihn jetzt schon 2 oder 3 Mal behelligt habe, kann es bei dem gut sein, dass ich es mir schon verbaut habe - so läuft das auch hier)...
Gestern abend waren wir schliesslich und endlich bei meinem Professor zum lang geplanten Abendessen, was sehr nett war. Hat zwei süße kleine Kinder (zwei Jungs...3 und 6) und eine sehr nette hübsche Frau (auch Psychologin). Wir haben uns also alle gegenseitig ein bisschen mehr beschnüffelt, was gut ist, da Interaktionen an der Uni ja doch häufig mehr aufs Fachliche begrenzt sind (und er ein schlechtes Gedächtnis hat und demnach eh Vieles, was man ihm von sich erzählt wieder vergisst). Hoffe, wir können das häufiger machen, da die zwei wirklich nett sind und auch "nur" 10 Jahre älter als wir...also im Grunde große Geschwister sein könnten.
Die kommende Woche wird kurz und hoffentlich schmerzlos. Am Donnerstag ist Thanksgiving hier , was heisst, dass alle Welt zu den Eltern oder Erwandten fährt, um den fetten Truthahn zu essen. Das heisst natürlich auch, dass am Mittwoch keiner mehr Veranstaltung hält und viele Studenten Montag und Dienstag schwänzen um sich eine Woche Ferien zu gönnen. Wir haben uns entschlossen, hier zu bleiben, nachdem Patricks Familie sich mal wieder ein paar Sachen geleistet hat, die uns jegliche Feiertagsstimmung vermiest haben. Also bleiben wir hier und lassen es langsam laufen. Am Freitag nach Thanksgiving bricht in den USA offiziell die Weihnachtssaison an (obwohl das ganze Zeug schon seit Wochen in den Läden ist und wir schon so manches Weihnachtslied gehört haben) - bzw. über einen herein. Der Freitag ist der beliebteste Einkaufstag des Jahres und die Leute spielen absolut verrückt (wer hätte das gedacht?). Unser Budget erlaubt dieses Jahr zum Glück keine großen Weihnachtseinkäufe, was in der absolut überwältigenden Masse aller Angebote eine echte Erleichterung ist.
Zu Weihnachten werden uns vielleicht für ein paar Tage wieder nach Nashville trauen - es sei denn, es gibt vorher weitere Episoden der häuslichen Seifenoper.
So, Zeit für den Hausputz. Ich melde mich später in der Woche wieder... Ahoi!
Monday, November 05, 2007
Geschafft
...in jeglicher Hinsicht. Es ist vollbracht: Mein erster Drittmittelantrag ist eingereicht und ich schwoere, das war eine Tortur. Etliche Aufsaetze und Empfehlungsschreiben und beglaubigte Dokumente - eben wieder eine richtige Bewerbung fuer etwas, dessen Erfolg so wahrscheinlich ist wie ein Lottogewinn. In diesem Falle ist das auch Realismus, und nicht Pessimismus. Es gibt abertausende Bewerbungen aus allen Natur- und Sozialwissenschaften und es werden in den ganzen USA vielleicht 1000 gefoerdert. Das klingt viel, ist aber ein Tropfen auf den heissen Stein, wenn man sich ueberlegt, wie viele Bewerbungen da eingehen. Praktisch kann jede(r) DoktorandIn im Lande sich dort bewerben und bei 100 DoktorandInnen allein in unserem Programm (nur eine Uni in Tennessee, nur Psychologie) kommt da landesweit einiges zusammen. Nun ja, eine gute Uebung war es trotzdem, wenn auch mal wieder eine dieser Uebungen in Demut (allein wegen der Chancen, die einem von allen Seiten schonend als gleich null berechnet werden). Ich habe drei Stunden mit meinem Prof an dem Forschungsvorhaben heute gesessen und nachdem ich lange kreidebleich da sass, weil er jeden Absatz umformulierte, sagte er schliesslich, dass ich gut schreibe und er meine Arbeit mag. Hmmm... ob da das (doktor)vaeterlich Beschuetzende in ihm durchkam? Aber lieber so, als gar kein Lob. So konnte ich dann wenigstens erhobenen Hauptes mein Tagwerk beenden und nicht voellig verzagt nach Hause gehen.
Das ist also geschafft! Vor Februar/ Maerz werde ich wohl nicht davon hoeren...
Diese Woche steht fuer Patrick und mich je noch ein Leckerli an:
Patrick faehrt morgen nach Nashville um schon diese Woche sein Dissertationsvorhaben zu verteidigen. Mittwoch vormittag muss er sich der Kommission stellen und wenn alles gut geht, ist das seine vorletzte grosse Huerde zum PhD (abgesehen vom eigentlichen Schreiben). Danach kommt erst wieder die eigentliche Verteidigung und das wird bestimmt noch ein, zwei Jaehrchen dauern!?
Ich fuer meinen Teil darf am Donnerstag eine Klausur in Statistik (Strukturgleichungsmodelle) zwar zu Hause schreiben, muss das aber in 10 durchgaengigen Stunden abschliessen. Jawohl, ZEHN STUNDEN KLAUSUR. Juhu. Das klingt nach 'ner Menge Zeit. Wenn man aber bedenkt, wie lange es dauert, diese Modelle aufzustellen und wie frustrierend es sein kann, wenn die winzigste Kleinigkeit das Statistikprogramm nicht zum Laufen bringt, verspricht das ein interessanter Tag zu werden. Frustrationstoleranz, sage ich nur...
So, Zeit zum Abschalten. Computer und Kopf. :)
Gute Nacht!
Das ist also geschafft! Vor Februar/ Maerz werde ich wohl nicht davon hoeren...
Diese Woche steht fuer Patrick und mich je noch ein Leckerli an:
Patrick faehrt morgen nach Nashville um schon diese Woche sein Dissertationsvorhaben zu verteidigen. Mittwoch vormittag muss er sich der Kommission stellen und wenn alles gut geht, ist das seine vorletzte grosse Huerde zum PhD (abgesehen vom eigentlichen Schreiben). Danach kommt erst wieder die eigentliche Verteidigung und das wird bestimmt noch ein, zwei Jaehrchen dauern!?
Ich fuer meinen Teil darf am Donnerstag eine Klausur in Statistik (Strukturgleichungsmodelle) zwar zu Hause schreiben, muss das aber in 10 durchgaengigen Stunden abschliessen. Jawohl, ZEHN STUNDEN KLAUSUR. Juhu. Das klingt nach 'ner Menge Zeit. Wenn man aber bedenkt, wie lange es dauert, diese Modelle aufzustellen und wie frustrierend es sein kann, wenn die winzigste Kleinigkeit das Statistikprogramm nicht zum Laufen bringt, verspricht das ein interessanter Tag zu werden. Frustrationstoleranz, sage ich nur...
So, Zeit zum Abschalten. Computer und Kopf. :)
Gute Nacht!
Thursday, November 01, 2007
Lange Pause
Es ist höchste Zeit für einen neuen Eintrag, denn es gibt viel zu berichten. Es waren ein paar sehr hektische Wochen, in denen irgendwie alles auf einmal kam. Ich fasse mal wieder nach Rubriken zusammen
1. Uni
Patrick und ich stecken beide mitten im Semester (fast schon Endspurt). Er ist gerade auf einer Konferenz und hat nächste Woche seinen Termin, sein Dissertationsvorhaben zu verteidigen. Wir hoffen, dass das gut laufen wird, denn sein Professor hat ihm den 40-seitigen Antrag wieder und wieder zur Revision geschickt, damit es jetzt auch wirklich keine Überraschungen mehr gibt. Hoffen wir, dass dem so ist. Dann kann Patrick mit dem eigentlichen Schreiben der Arbeit anfangen - nach 3.5 Jahren Kursarbeit und Pipapo.
Bei mir ging es in den letzten Wochen auch heiss her. Ich hatte einen Vortrag, einen Konferenzbeitrag (nur ein Poster, aber das will auch vorbereitet sein), einen Drittmittelantrag (fast schlimmer als sich für ein PhD Programm zu bewerben), eine Bewerbung für einen Preis und Hausaufgaben alle auf einmal vorzubereiten. Mittlerweile habe ich meinen ersten Vortrag im Institutskolloquium gehalten. Es lief gut, aber mehr als einmal im Jahr will ich das auch nicht unbedingt machen :) Letztes Wochenende war dann die erste Konferenz, an der Duke University in North Carolina. Eine richtig tolle Uni mit allem Drum und Dran - da verblassen die öffentlichen Unis (wozu die University of Tennessee gehört) natürlich im Vergleich. Die Konferenz lief gut, mein Poster auch und es war nett, ein paar der neuesten Forschungsbeiträge zu hören und Gesichter zu Namen zuordnen zu können. Am kommenden Dienstag ist dann der Drittmittelantrag fällig bei der National Science Foundation. Dabei würde es sich um richtig viel Geld handeln (verhältnismässig, natürlich, wobei das im Moment nicht viel zu heissen hat, da die Uni einen hier finanziell wirklich wenig unterstützt). Das Problem ist, dass natürlich nur ein Bruchteil aller Anträge gefördert werden können und wenn man sich die letzten Jahre ansieht, gehen diese Gelder immer an die gleichen Unis. Die "Eliten" - weil die es wie immer auch sind, die aufgrund ihrer Mittel schon gute Forschung auf die Beine stellen können, gute Leute haben und die Extra Mittel vielleicht auch nicht ganz so sehr brauchen, wie die öffentlichen Unis. Aber so ist das eben. Zumindest ist es eine gute Übung, sein eigenes Forschungsorhaben sauber und klar zu formulieren. Das hilft einem selbst auch schon weiter. Mein Professor war diese Woche im Urlaub (auf Hawaii), so dass ich es etwas ruhiger angehen lassen konnte. Nicht, dass er ein "Sklaventreiber" ist, aber man arbeitet doch schon anders, wenn man weiss, dass er (theoretisch) jederzeit ins Zimmer kommen oder man jederzeit Arbeit abliefern könnte. Nächste Woche steht dann eine schriftliche Prüfung in meinem Strukturgleichungsmodellkurs (wow!) an...zum Glück dürfen wir zu Hause an dem Projekt arbeiten (was wir jedoch in 10 Stunden am Stück beenden sollen!). Danach müsste das Semester sich langsam dem Ende neigen. Es sind noch etwa 4 Wochen und dann war's das auch schon.
2. Soziales
Es läuft und wir fühlen uns mehr und mehr integriert, wobei viele Kontake eher oberflächlich sind und mich nach wie vor 3x/Woche abends (nachts) wegzugehen mehr stresst als entspannt. Aber ich mache es eben ab und zu mit, hauptsächlich um die noch wachsenden Kontakte lebendig zu halten und hier und da zu stärken. Es fällt eben doch auf, wer sich häufiger und wer sich seltener blicken lässt. So dann auch morgen abend - es gibt eine Halloween Party und das ist wieder eine der größeren Ereignisse. Ich werde mich als "purple people eater" verkleiden ... das ist eine Figur aus einem Kinder(?)lied hier, die wohl alle kennen. Mal sehen, wie das wird.
3. Haus & Heim
Alles hübsch. Es wird kälter (klar) und wir hoffen, dass wir in diesem Haus nicht so frieren werden wie im letzen, wo die Heizungsluft gleich wieder durch die Fenster nach draußen flog. Wir haben auch im Garten ein bisschen was gepflanzt... ein paar Frühblüher hauptsächlich, damit wir ab Februar oder März wieder Farbe sehen. Sonst gibt's nichts Neues zu berichten, glaube ich.
So, und weil gestern Halloween war, gibt es zum Abschluss noch ein Bild meines ersten eigens ausgekratzten und gestalteten Kürbisses...
1. Uni
Patrick und ich stecken beide mitten im Semester (fast schon Endspurt). Er ist gerade auf einer Konferenz und hat nächste Woche seinen Termin, sein Dissertationsvorhaben zu verteidigen. Wir hoffen, dass das gut laufen wird, denn sein Professor hat ihm den 40-seitigen Antrag wieder und wieder zur Revision geschickt, damit es jetzt auch wirklich keine Überraschungen mehr gibt. Hoffen wir, dass dem so ist. Dann kann Patrick mit dem eigentlichen Schreiben der Arbeit anfangen - nach 3.5 Jahren Kursarbeit und Pipapo.
Bei mir ging es in den letzten Wochen auch heiss her. Ich hatte einen Vortrag, einen Konferenzbeitrag (nur ein Poster, aber das will auch vorbereitet sein), einen Drittmittelantrag (fast schlimmer als sich für ein PhD Programm zu bewerben), eine Bewerbung für einen Preis und Hausaufgaben alle auf einmal vorzubereiten. Mittlerweile habe ich meinen ersten Vortrag im Institutskolloquium gehalten. Es lief gut, aber mehr als einmal im Jahr will ich das auch nicht unbedingt machen :) Letztes Wochenende war dann die erste Konferenz, an der Duke University in North Carolina. Eine richtig tolle Uni mit allem Drum und Dran - da verblassen die öffentlichen Unis (wozu die University of Tennessee gehört) natürlich im Vergleich. Die Konferenz lief gut, mein Poster auch und es war nett, ein paar der neuesten Forschungsbeiträge zu hören und Gesichter zu Namen zuordnen zu können. Am kommenden Dienstag ist dann der Drittmittelantrag fällig bei der National Science Foundation. Dabei würde es sich um richtig viel Geld handeln (verhältnismässig, natürlich, wobei das im Moment nicht viel zu heissen hat, da die Uni einen hier finanziell wirklich wenig unterstützt). Das Problem ist, dass natürlich nur ein Bruchteil aller Anträge gefördert werden können und wenn man sich die letzten Jahre ansieht, gehen diese Gelder immer an die gleichen Unis. Die "Eliten" - weil die es wie immer auch sind, die aufgrund ihrer Mittel schon gute Forschung auf die Beine stellen können, gute Leute haben und die Extra Mittel vielleicht auch nicht ganz so sehr brauchen, wie die öffentlichen Unis. Aber so ist das eben. Zumindest ist es eine gute Übung, sein eigenes Forschungsorhaben sauber und klar zu formulieren. Das hilft einem selbst auch schon weiter. Mein Professor war diese Woche im Urlaub (auf Hawaii), so dass ich es etwas ruhiger angehen lassen konnte. Nicht, dass er ein "Sklaventreiber" ist, aber man arbeitet doch schon anders, wenn man weiss, dass er (theoretisch) jederzeit ins Zimmer kommen oder man jederzeit Arbeit abliefern könnte. Nächste Woche steht dann eine schriftliche Prüfung in meinem Strukturgleichungsmodellkurs (wow!) an...zum Glück dürfen wir zu Hause an dem Projekt arbeiten (was wir jedoch in 10 Stunden am Stück beenden sollen!). Danach müsste das Semester sich langsam dem Ende neigen. Es sind noch etwa 4 Wochen und dann war's das auch schon.
2. Soziales
Es läuft und wir fühlen uns mehr und mehr integriert, wobei viele Kontake eher oberflächlich sind und mich nach wie vor 3x/Woche abends (nachts) wegzugehen mehr stresst als entspannt. Aber ich mache es eben ab und zu mit, hauptsächlich um die noch wachsenden Kontakte lebendig zu halten und hier und da zu stärken. Es fällt eben doch auf, wer sich häufiger und wer sich seltener blicken lässt. So dann auch morgen abend - es gibt eine Halloween Party und das ist wieder eine der größeren Ereignisse. Ich werde mich als "purple people eater" verkleiden ... das ist eine Figur aus einem Kinder(?)lied hier, die wohl alle kennen. Mal sehen, wie das wird.
3. Haus & Heim
Alles hübsch. Es wird kälter (klar) und wir hoffen, dass wir in diesem Haus nicht so frieren werden wie im letzen, wo die Heizungsluft gleich wieder durch die Fenster nach draußen flog. Wir haben auch im Garten ein bisschen was gepflanzt... ein paar Frühblüher hauptsächlich, damit wir ab Februar oder März wieder Farbe sehen. Sonst gibt's nichts Neues zu berichten, glaube ich.
So, und weil gestern Halloween war, gibt es zum Abschluss noch ein Bild meines ersten eigens ausgekratzten und gestalteten Kürbisses...
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