Saturday, September 09, 2006

Woche 4, Haarschnitt und Kater

Die Überschrift fasst die Neuigkeiten des Tages ziemlich deutlich zusammen: Schulwoche 4 ist vorbei (schon!), ich habe mich für einen Haarschnitt früh aus dem Bett gequält und Patrick liegt mit Kater (körperliche Verfassung, nicht Haustier) auf der Couch. Demnach habe ich etwas Zeit, ein bisschen zu schreiben...und diesmal gibt's auch Fotos! :-)

Schule zuerst: Es bleibt bei dem, was ich letzte Woche erzählt habe: Das zweite Jahr ist (soweit) definitiv einfacher als das erste. Vieles bereits einmal vorbereitet zu haben, zu wissen, wo man was findet, wen man fragen kann und nicht fragen sollte, wie man mit Problemschülern umgeht, was man sagt und besser einhält und was man besser gar nicht erst sagt oder ganz besonders deutlich sagen sollte, wie man wann was benotet und wie man sich aus studenlangem Benoten ein kleines bisschen rausscmuggeln kann, woran man ausserhalb der Schule teilnehmen MUSS und was man sich klemmen kann ... all das macht einen RIESEN Unterschied in diesem Jahr. Es ist immer noch viel Arbeit, aber es ist weniger Chaos, weniger Verwirrung, Zweifel, Ausprobieren. Eben routinierter. So kann ich mir schon vorstellen, dass das Lehrerdasein nach einiger Zeit definitiv seine Vorteile hat (obwohl ich mir noch nicht sicher bin, ob es nicht irgendwann vielleicht doch langweilig wird, das gleiche/ ähnliche Material Jahr ein Jahr aus zu unterrichten?).
Im Bereich kollegialer Freundschaften gibt's nach wie vor keinen Durchbruch, aber den rwarte ich irgendwie auch nicht mehr an einer katholischen Schule in einem kleinen Südstaaten-Vorort. Da dreht sich eben 'ne Menge um Gott und Jesus oder Einkaufen und...brandneu...Kinder kriegen. Alles schön oberflächliches Geplänkel, zumindest wenn es um gleichaltrige weibliche Kollegen geht. Nicht so meine Welt. Die Hoffnung, dass die beiden Freunde, die ich letztes Jahr hatte und die weggezogen sind, von ähnlich interessanten, netten, gleichgesinnten Männlein oder Weiblein "ersetzt" werden würden, ist somit auch nichts weiter als eine Hoffnung geblieben. Versteht mich nicht falsch, ich komme mit den Leuten schon gut klar und geh' auch mal 'nen Kaffee mit dem/ der einen oder anderen trinken, aber es ist eben nichts, was ich als echtes Freundschaftspotential einschätzen würde, wenn ich einmal nicht mehr dort arbeite. Das ist nach wie vor einer der schwierigsten Aspekte des hiesigen Daseins - tragfähige Freunschaften zu schliessen. Aber wie immer bin ich da vielleicht auch zu ungeduldig, denn Freundschaften zeichnen sich ja auch durch Zeit aus, wenn ihr wisst, was ich meine.
Abgesehen davon lässt mir die Schule dieses Jahr auch ein kleines bisschen Zeit für andere Dinge. So will ich ab Oktober wirklich endlich einen Yoga Kurs belegen und habe in den letzten Wochen angefangen, etwas mehr zu kochen und zu backen. Ich hatte, glaube ich, irgendwann vor langer Zeit mal erzählt, dass Patrick und ich Saisonanteile an einer Biofarm gekauft haben und dafür jetzt jeden Samstag eine Kiste Bio Obst und Gemüse abholen. Letzte Woche war ein riesiger Kürbis in der Kiste und jemand kam auf die Idee, dass man daraus ja Kürbis-Gnocchi machen könnte. Fand ich gut & hab' ich gleich probiert (siehe Foto). Hat EWIG gedauert, eine riesige Schüssel Teig zu Gnocchimurmeln zu formen, aber es hat auch Spass gemacht. Hat mich irgendwie an die Kindergartentage erinnert, an denen wir alles mögliche aus Knete geformt haben :-)

Tja, und sonst? Wir waren gestern abend bei Freunden von Patrick zum Sushi-Essen eingeladen, was dann eher in "Nimm noch 'nen Schluck" ausartete (der Gastgeber war Argentinier und hat den Sake irgendwie zu einer massiven Portion Caipi verarbeitet...den wir getrunken haben NACHDEM wir schon Bier und Wein und Tequila intus hatten und BEVOR wir zum eigentlichen Sushi-Essen kamen). Resultat: Ich musste irgendwann auf die Bremse treten, da einer Autofahren musste und Patrick definitiv nicht mehr dazu in der Lage war. Jetzt liegt er auf der Couch und jault über billigen Fusel, starke Kopfschmerzen und versichert, in nächster Zeit keinen Alkohol mehr sehen zu wollen :)
Ich habe mich heute früh trotzdem aus dem Bett gequält um mir meine Haare endlich schneiden zu lassen (hatte ich schon lange vor). Dumm nur, dass ich mir nicht so richtig die zeit genommen habe darüber nachzudenken, welchen Schnitt ich eigentlich wollte. Um genau zu sein, wollte ich auch "nur" einen Schnitt, aber in einer Länge, dass ich sie trotzdem noch zusammenbinden und langwachsen lassen könnte. Na ja, und irgendwie muss ich die Idee mit den Fransen nicht so richtig rübergebracht haben, denn ich finde, es sieht nun zwar kürzer und "schnittiger", aber noch genauso langweilig aus, wie vorher :( Patrick findet's gut und ich find's auch nicht furchtbar, aber irgendwie auch nicht so, dass ich denke "wow, das isses". Ich schätze ich kann's in ein paar Wochen nochmal versuchen, wenn ich weiss, was ich eigentlich will.

So, nun müssen wir los, unsere neue Schwägerin in spe treffen. Patricks Stiefbruder heiratet im März. Ist auch 'ne tolle (?) Geschichte... erinnert mich mal, die noch zu erzählen, denn irgendwie ist das alles typisch amerikanisch-christlich verklemmt und kitschig.

Hier noch die Fotos von meinen Gnocchi und dem Haarschnitt (im tollen "vorher" und "nachher" Format, um den Wahnsinnsunterschied zu verdeutlichen ;-)).

Auf bald, macht's gut, Lydia

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